{"id":1439,"date":"2025-09-12T10:49:52","date_gmt":"2025-09-12T08:49:52","guid":{"rendered":"https:\/\/ra-stein-sonntag.de\/news\/?p=1439"},"modified":"2025-09-12T10:49:52","modified_gmt":"2025-09-12T08:49:52","slug":"so-urteilt-der-europaeische-gerichtshof-eugh-diskriminierung-am-arbeitsplatz-der-schutz-der-rechte-behinderter-personen-vor-indirekter-diskriminierung-erstreckt-sich-auf-eltern-behinderter-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ra-stein-sonntag.de\/news\/2025\/09\/12\/so-urteilt-der-europaeische-gerichtshof-eugh-diskriminierung-am-arbeitsplatz-der-schutz-der-rechte-behinderter-personen-vor-indirekter-diskriminierung-erstreckt-sich-auf-eltern-behinderter-kinder\/","title":{"rendered":"So urteilt der Europ\u00e4ische Gerichtshof (EuGH): Diskriminierung am Arbeitsplatz: Der Schutz der Rechte behinderter Personen vor indirekter Diskriminierung erstreckt sich auf Eltern behinderter Kinder"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Besch\u00e4ftigungs- und Arbeitsbedingungen sind so anzupassen, dass diese Eltern sich ohne die Gefahr einer mittelbaren Diskriminierung um ihr Kind k\u00fcmmern k\u00f6nnen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Stationsaufsicht ersuchte ihren Arbeitgeber mehrmals, sie an einem Arbeitsplatz mit festen Arbeitszeiten einzusetzen. Dies begr\u00fcndete sie damit, dass sie sich um ihren schwerbehinderten, vollinvaliden Sohn k\u00fcmmern m\u00fcsse. Der Arbeitgeber gew\u00e4hrte ihr vorl\u00e4ufig bestimmte Anpassungen. Er lehnte es jedoch ab, diese Anpassungen auf Dauer zu gew\u00e4hren. Die Stationsaufsicht focht diese Ablehnung vor den italienischen Gerichten an, bis die Rechtssache schlie\u00dflich dem italienischen Kassationsgerichtshof vorgelegt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Der italienische Kassationsgerichtshof hat sich an den Gerichtshof gewandt, denn er hat Zweifel in Bezug auf die Auslegung des Unionsrechts zum Schutz vor mittelbarer Diskriminierung eines Arbeitnehmers, der sich, ohne selbst behindert zu sein, um sein schwerbehindertes minderj\u00e4hriges Kind k\u00fcmmert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gerichtshof antwortet, dass das Verbot der mittelbaren Diskriminierung wegen einer Behinderung nach der Rahmenrichtlinie zur Gleichbehandlung in Besch\u00e4ftigung und Beruf auch f\u00fcr einen Arbeitnehmer gilt, der wegen der Unterst\u00fctzung seines behinderten Kindes diskriminiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausweislich des Urteils Coleman, in dem der Gerichtshof bereits entschieden hat, dass nach dieser Richtlinie eine unmittelbare \u201eMitdiskriminierung\u201c wegen einer Behinderung verboten ist, zielt diese Richtlinie darauf ab, in Besch\u00e4ftigung und Beruf jede Form der Diskriminierung wegen einer Behinderung zu bek\u00e4mpfen. Au\u00dferdem ist diese Richtlinie im Licht des Diskriminierungsverbots, der Wahrung der Rechte der Kinder und des Rechts behinderter Personen auf Eingliederung \u2013 jeweils in der Charta der Grundrechte der Europ\u00e4ischen Union vorgesehen \u2013 in Verbindung mit dem \u00dcbereinkommen der Vereinten Nationen \u00fcber die Rechte von Menschen mit Behinderungen4 zu sehen. Aus diesen Rechtsakten geht hervor, dass zur Wahrung der Rechte von behinderten Menschen, insbesondere Kindern, das allgemeine Diskriminierungsverbot auch die mittelbare \u201eMitdiskriminierung\u201c wegen einer Behinderung erfasst, damit auch die Eltern behinderter Kinder in Besch\u00e4ftigung und Beruf gleichbehandelt und nicht aufgrund der Lage ihrer Kinder benachteiligt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Gerichtshof zufolge ist ein Arbeitgeber, um die Gleichbehandlung der Arbeitnehmer zu gew\u00e4hrleisten, verpflichtet, angemessene Vorkehrungen zu treffen, damit Arbeitnehmer ihren behinderten Kindern die erforderliche Unterst\u00fctzung zukommen lassen k\u00f6nnen, sofern dadurch der Arbeitgeber nicht unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig belastet wird. Das nationale Gericht wird daher zu pr\u00fcfen haben, ob in dieser Rechtssache das Ersuchen des Arbeitnehmers den Arbeitgeber nicht unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig belastet h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Urteil des Gerichtshofs in der Rechtssache C-38\/24 | [Bervidi] vom 11.09.2025<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: Pressemitteilung Nr. 119\/25 vom 11. September 2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Besch\u00e4ftigungs- und Arbeitsbedingungen sind so anzupassen, dass diese Eltern sich ohne die Gefahr einer mittelbaren Diskriminierung um ihr Kind [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[6,244,95],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ra-stein-sonntag.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1439"}],"collection":[{"href":"https:\/\/ra-stein-sonntag.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ra-stein-sonntag.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ra-stein-sonntag.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ra-stein-sonntag.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1439"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ra-stein-sonntag.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1439\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1440,"href":"https:\/\/ra-stein-sonntag.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1439\/revisions\/1440"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ra-stein-sonntag.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1439"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ra-stein-sonntag.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1439"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ra-stein-sonntag.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1439"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}