{"id":1412,"date":"2025-07-29T17:17:16","date_gmt":"2025-07-29T15:17:16","guid":{"rendered":"https:\/\/ra-stein-sonntag.de\/news\/?p=1412"},"modified":"2025-09-01T11:43:37","modified_gmt":"2025-09-01T09:43:37","slug":"landesarbeitsgericht-koeln-dfb-schiedsrichter-koennen-vor-arbeitsgerichten-klagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ra-stein-sonntag.de\/news\/2025\/07\/29\/landesarbeitsgericht-koeln-dfb-schiedsrichter-koennen-vor-arbeitsgerichten-klagen\/","title":{"rendered":"Landesarbeitsgericht K\u00f6ln: DFB-Schiedsrichter k\u00f6nnen vor Arbeitsgerichten klagen"},"content":{"rendered":"\n<p>Die 5. Kammer des Landesarbeitsgerichts K\u00f6ln hat in einer nunmehr ver\u00f6ffentlichten Entscheidung vom 16.06.2025 beschlossen, dass f\u00fcr Schiedsrichter des Deutschen Fu\u00dfball-Bundes (DFB) der Rechtsweg zu den Arbeitsgerichten er\u00f6ffnet ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein 28-j\u00e4hriger Schiedsrichter machte Entsch\u00e4digungs- und Schadensersatzanspruch nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz geltend, weil er wegen seines Alters nicht f\u00fcr die&nbsp;sog.&nbsp;Schiedsrichterliste der 3. Liga des DFB vorgeschlagen wurde. Die Beklagte bestritt die Zust\u00e4ndigkeit der Arbeitsgerichte mit der Begr\u00fcndung, dass selbst im Fall der Aufnahme in die Schiedsrichterliste kein Arbeitsverh\u00e4ltnis begr\u00fcndet worden w\u00e4re. Das Arbeitsgericht Bonn verwies die Klage an das Landgericht Frankfurt, da der Kl\u00e4ger seine T\u00e4tigkeit als Schiedsrichter weder weisungsgebunden noch fremdbestimmt aus\u00fcbe und somit kein Arbeitnehmer sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Demgegen\u00fcber kam das Landesarbeitsgericht K\u00f6ln zu der Auffassung, das vom Kl\u00e4ger angestrebte Rechtsverh\u00e4ltnis sei als Arbeitsverh\u00e4ltnis zu qualifizieren. Zwar sehe der als Rahmenvertrag ausgestaltete DFB-Mustervertrag keine unmittelbaren Verpflichtungen f\u00fcr die Vertragspartner vor. Die vertraglichen Regelungen seien jedoch nicht isoliert, sondern in Verbindung mit der Schiedsrichterordnung des DFB zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere folge daraus, dass ein Schiedsrichter seine Eins\u00e4tze nicht unbegr\u00fcndet absagen d\u00fcrfe, die Beklagte jedoch dessen Einteilung ohne Begr\u00fcndung unterlassen k\u00f6nne. Dies spreche f\u00fcr eine pers\u00f6nliche Abh\u00e4ngigkeit des Kl\u00e4gers von der Beklagten. Ferner seien die Verpflichtung zur h\u00f6chstpers\u00f6nlichen Leistungserbringung sowie die faktische Monopolstellung des DFB in diesem Bereich als Indizien f\u00fcr ein abh\u00e4ngiges Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis zu w\u00fcrdigen. Der Frage, ob der Kl\u00e4ger fachlichen Weisungen unterliege, komme insoweit keine ausschlaggebende Bedeutung zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entscheidung ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig. Das&nbsp;LAG&nbsp;K\u00f6ln hat die Rechtsbeschwerde zugelassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entscheidung kann unter&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.nrwe.de\/\">www.nrwe.de<\/a>&nbsp;abgerufen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Landesarbeitsgericht K\u00f6ln, Beschluss vom 16.06.2025 \u2013 5 Ta 58\/25<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die ma\u00dfgeblichen Vorschriften lauten:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00a7 611a&nbsp;BGB<\/strong><strong>&nbsp;<\/strong><strong>Arbeitsvertrag<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>(1) Durch den Arbeitsvertrag wird der Arbeitnehmer im Dienste eines anderen zur Leistung weisungsgebundener, fremdbestimmter Arbeit in pers\u00f6nlicher Abh\u00e4ngigkeit verpflichtet. Das Weisungsrecht kann Inhalt, Durchf\u00fchrung, Zeit und Ort der T\u00e4tigkeit betreffen. Weisungsgebunden ist, wer nicht im Wesentlichen frei seine T\u00e4tigkeit gestalten und seine Arbeitszeit bestimmen kann. Der Grad der pers\u00f6nlichen Abh\u00e4ngigkeit h\u00e4ngt dabei auch von der Eigenart der jeweiligen T\u00e4tigkeit ab. F\u00fcr die Feststellung, ob ein Arbeitsvertrag vorliegt, ist eine Gesamtbetrachtung aller Umst\u00e4nde vorzunehmen. Zeigt die tats\u00e4chliche Durchf\u00fchrung des Vertragsverh\u00e4ltnisses, dass es sich um ein Arbeitsverh\u00e4ltnis handelt, kommt es auf die Bezeichnung im Vertrag nicht an.<\/p>\n\n\n\n<p>(2) Der Arbeitgeber ist zur Zahlung der vereinbarten Verg\u00fctung verpflichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: Landesarbeitsgericht K\u00f6ln, Pressemitteilung vom 21.07.2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 5. 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